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Bauabteilung

Besondere Bauaufgaben in den Jahren 2008 und 2009 waren unter anderem:

Kirche Grauhof/Stadt Goslar

An dieser Kirche mussten das Gewölbe und der Westgiebel dringend instandgesetzt werden.

Infolge des Sturmes Kyrill zeigte das Gewölbe etliche Risse; auch lösten sich größere Putzstücke über der Orgel.

Eingehende Untersuchungen vom Hubwagen aus führten zu der Erkenntnis, dass viele Stellen des Putzes hohl lagen, Die statische Untersuchung ergab, dass die Ertüchtigung des Dachtragwerkes erforderlich war. Nach der aufwändigen Verpackung des umfangreichen barocken Kunstinventars wurde die Kirche komplett eingerüstet. Der Gewölbeputz wurde gänzlich erneuert und nach der Neuverlegung der Elektroinstallationen angestrichen.

Gleichzeitig wurde die westliche Außenfassade saniert: Zum Teil mussten Natursteine ausgetauscht und Fugen nachgearbeitet werden, anschließend wurde neu verputzt.

Der nächste Schritt wird die Restaurierung der reichen Kirchenausstattung sein.

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Die Stiftskirche Grauhof nach der Sanierung der Gewölbe- und Wandflächen

Kloster Bursfelde/Landkreis Göttingen

Im Geistlichen Zentrum Kloster Bursfelde war das Gebäude des Einkehr- und Tagungshauses zu erweitern. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und dem Haus kirchlicher Dienste als Mieter wurde das Konzept für die erforderliche Erweiterung des Tagungszentrums entwickelt.

Es wurde ein Neubau auf dem Grundriss des historischen Südflügels unter Erhaltung des Backhauserdgeschosses erstellt. Der ehemalige Kreuzgang ist an seiner ursprünglichen Stelle nachempfunden. Ein Brunnenhaus ist ihm über den alten Fundamenten vorgelagert. Der Rähm über der voll verglasten Hoffassade ruht auf Stahlsäulen, deren Rastermaß dem mittelalterlichen Jochmodul entspricht. Vollkommen verglast ist auch die innere Trennwand zwischen Kreuzgang und Veranstaltungssaal, um eine Blickbeziehung zum Kreuzhof zu gewährleisten. Nach Osten öffnet sich der Kreuzgang zu einem kleinen Foyer, das sich im Sommer durch drei Türen in das Brunnenhaus beziehungsweise auf eine Terrasse direkt ins Freie erweitern lässt. Ein Fußbodenfenster zeigt ein Teilstück des historischen Unterflur-Wasserkanals. Im Dachgeschoss entstanden acht zellenartige Gästezimmer und ein Gruppenraum.

Im Zuge des Anbaues erhielten auch alle Zimmer des Tagungshauses Nasszellen; der Zugang zum Vorratskeller aus der Küche wurde angeglichen, das Büro zur Eingangshalle verlegt; die Essräume wurden ertüchtigt und die Räume der Stille zu einer Oase zusammengefasst. Mit diesen Maßnahmen haben sich die Möglichkeiten der Nutzung deutlich verbessert.

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Neuer Südflügel von Kloster Bursfelde: der große Mehrzwecksaal an der Stelle der ehemaligen Kutschgarage aus dem 19. Jahrhundert, Blick auf den neuen Kreuzgang und den Innenhof dahinter; rechts die beiden Rundbogentüren zum Brunnenhaus; links die Außenfassade des Westflügels

Kloster Ebstorf/Landkreis Uelzen

Die umfangreichen Baumaßnahmen zur Sicherung der Bauten und besseren Nutzung der Räume konnten im Berichtszeitraum 2008 abgeschlossen werden.

In der Alten Küche wurde die östliche Hälfte um 80 Zentimeter auf das mittelalterliche Ursprungsniveau abgesenkt, um die berühmte Weltkarte von 1245 (oder 1300) mit ihrer Höhe von vier Metern an der Ostwand präsentieren zu können. Obwohl sie ein Replikat des im Zweiten Weltkrieg verbrannten Originals ist, erfährt sie große Wertschätzung. Wie das Original ist sie aus Ziegenpergament hergestellt, das höchste Anforderungen an die Konservierung, Restaurierung, an die Präparierung für die Dauerpräsentation und auch an das Klima im Ausstellungsraum stellt. So wird der Raum temperiert und mittels eines Feuchtefühlers klimatisch stabil gehalten. Die unterschiedlichen Fußbodenniveaus werden nach Vorbild eines Amphitheaters durch zwei halbkreisförmig angeordnete Sitzstufen überbrückt. Verschiedene Lichtszenarien erhöhen die Attraktivität des Raumes.

Das Alte Refektorium, bis 1990 durch barocke Fachwerkwände mehrfach unterteilt, ansonsten aber im Originalzustand aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, atmet noch immer mittelalterliches Flair. Im Zuge der Sanierung wurde der spätere Kalkanstrich abgenommen, sodass die Wände wieder backsteinsichtig sind. Die schwere Holzbalkendecke auf zwei Stützen mit mächtigen Kopfbändern und Sattelhölzern aus der 2. Klosterbauphase um 1275 wurde konserviert, verloren- gegangene Deckenverkleidungen wurden rekonstruiert und ergänzt, ebenso die Ziegelfußbodenplatten. Die Reste der Fußbodenheizung aus dem 15. Jahrhundert wurden sichtbar mit Glasplatten überdeckt.

Originalreste der ursprünglich kleinen Spitzbogenfenster wurden mit Bleiverglasungen als Blindfenster gestaltet.

Die Ausstattung des Raumes gewährleistet gute Bedingungen für vielfältige Nutzungen.

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Das Alte Refektorium von Kloster Ebstorf nach der Restaurierung mit ergänzender Rekonstruktion von Fußboden und Decke; die mittelalterlichen Fußbodenheizkanäle wurden mit Holzdielen (rechts vorn) und begehbaren Glasplatten (nicht sichtbar) abgedeckt.

Kloster Wennigsen/Region Hannover

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass die Vielfalt der Nutzer und Nutzungen - Klostergemeinschaft und Haus der Stille, Johanniterhaus mit Seminarangeboten, Kulturverein sowie Kirchengemeinde - Entflechtungen durch bauliche Änderungen erfordern. So wurde schon 2007 die freigewordene Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss des Westflügels für die Amtsräume der Kirchengemeinde hergerichtet. Der große Veranstaltungssaal wurde durch Öffnung eines Teils der Zwischendecke und den Einbau einer offenen Galerie zügig saniert. Durch den Einbau einer Klimaanlage und die Erweiterung der WC-Anlagen ist ein hochwertiger Saal für vielfältige Nutzungen entstanden. Die durch den Umzug der Kirchengemeinde freigewordenen Räume im Nordflügel werden jetzt vom Kloster/ Haus der Stille als Refektoriums-, Besprechungs- und Tagungsräume genutzt.

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Tradition und Sachlichkeit begegnen sich in dem neugestalteten Veranstaltungssaal des Klosters Wennigsen.

Kloster Isenhagen/Landkreis Gifhorn

Das in der Nord-West-Ecke der Klausur gelegene Textilmuseum war in der Präsentation nicht mehr zeitgemäß und wies auch starke klimatische Probleme auf. Durch die Auflösung einer Wohnung konnte ein neuer, aus drei Räumen bestehender Museumsbereich mit anschließendem Depot geschaffen werden.

Die architektonische Gestaltung der Räume ist zurückhaltend, nur wenige Materialien und Farben kommen zum Einsatz. Die technische Ausstattung folgt den konservatorischen Anforderungen. Feuchteabhängige Temperierung und Lüftung garantieren die erforderlichen klimatischen Rahmenbedingungen. Das Ausstellungskonzept mit modernster Lichttechnik entspricht den heutigen museumsdidaktischen Ansprüchen.

Während der Baumaßnahme wurde ein alter Befund des Echten Hausschwammes aufgedeckt, der sich über den Flur und das Treppenhaus bis an die Kirchenwand erstreckte. Um ihn vollständig zu entfernen, entstand kurzzeitig eine Großbaustelle, die der Konvent mit Geduld getragen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klosterkammer mit Sachkunde und Sorgfalt betreut haben.

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Im neuen Museumsbereich kommt das Kunst- und Kulturgut von Kloster Isenhagen besser denn je zur Geltung.

Münsterkirche in Einbeck/Landkreis Northeim

Nach einem aufwändigen und sorgfältigen Entscheidungsprozess erteilte die Klosterkammer der Firma Hillebrand in Hannover-Altwarmbüchen den Auftrag, eine neue Orgel zu bauen, die sich in die bestehende Emporenanlage einfügt und den historischen Orgelprospekt verwendet. Von insgesamt 32 Registern stimmen 24 mit der Disposition der ursprünglichen Giesecke-Orgel von 1865 überein. Für die neue Orgel waren etliche Veränderungen erforderlich. So wurde der alte Orgelprospekt in Richtung Kirchturm nach Westen verschoben und die Spindeltreppe von 1978 durch eine zweiläufige Treppenanlage bis zur ersten Empore ersetzt, um den Transport von Musikinstrumenten zu erleichtern.

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Über eine architektonisch eindrucksvolle neue Treppenanlage sind die beiden Ebenen der Orgelempore der Einbecker Münsterkirche St. Alexandri zu erreichen.

Kirche Marienstein/Stadt Nörten-Hardenberg

Die Kirche Marienstein steht auf einer Anhöhe im Leinetal. Ihr im Grundriss quadratischer, im oberen Drittel sich achteckig verjüngender Turm ist schon von der zwei Kilometer entfernten Autobahn gut sichtbar. Seine aus unregelmäßigen Sandstein- und Kalksteinquadern gefügte Fassade hatte erheblichen Sanierungsbedarf: Die absandenden Steine wurden vorgefestigt und mittels Dampfstrahl gereinigt; abgängiges Steinmaterial wurde durch neue Wesersandsteine ersetzt, Zementverfugungen wurden entfernt und mit Trasskalkmörtel erneuert. Die Arbeiten der Maler, Klempner und Dachdecker schlossen die Sanierung ab, sodass die Turmfassade heute aufgrund der sorgfältig durchgeführten Restaurierungsarbeit besticht.

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Die Sanierung des Turmes der Kirche auf dem Klostergut Marienstein ist ein Gewinn für das Stadtbild von Nörten-Hardenberg.

Stift Börstel/Landkreis Osnabrück

Im Stift Börstel waren das ehemalige Schulhaus und das Torfhaus von Grund auf zu sanieren.

Beide Fachwerkgebäude von 1819 gehören zum denkmalgeschützten Ensemble des Stifts. Sie sollen dem Stift für einen neu zu gründenden Jugendkonvent als Wohnung mit einem gemeinsamen Wohn- und Essbereich dienen, wobei in jedem Haus zwei Einzelzimmer zur Verfügung stehen.

Hier haben junge Menschen im Rahmen eines sozialen oder ökologischen Jahres die Möglichkeit, ein Jahr im Stift zu wohnen und an verschiedenen Projekten teilzuhaben beziehungsweise mitzuarbeiten. Durch gemeinsame Finanzierung mit Mitteln der EU, des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds und des Stiftes konnten die beiden Gebäude für die Zukunft bewahrt und einer tragfähigen Nutzung zugeführt werden.

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Nach ihrer gelungenen Sanierung fügen sich die beiden historischen Fachwerkgebäude von Schulhaus und Torfhaus vortrefflich in die reizvolle Börsteler Stiftsanlage ein.
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