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Klosterforsten

Der Klosterkammerforstbetrieb umfasst eine Betriebsfläche von 24.400 ha Wald. Um diesen Wald dem Stiftungszweck des AHK entsprechend erwerbswirtschaftlich und effizient bewirtschaften zu können, wurden die Klosterforsten mit dem Geschäftsjahr 1999 in einen Landesbetrieb nach §26 LHO in Verbindung mit §105 LHO umgewandelt. Der Betrieb agiert auf den regionalen Holzmärkten von zwei Standorten aus (siehe Lagekarte). Der jährliche Holzeinschlag beträgt insgesamt ca. 190.000 FM Holz.

Das Klosterforstamt Soltau bewirtschaftet ca. 14.200 ha Wald in der Lüneburger Heide. Als Hauptbaumart ist dort die Kiefer vorhanden, daneben aber auch nennenswert Fichte und Laubholz. Das Klosterforstamt Westerhof bewirtschaftet ca. 10.200 ha Wald im südniedersächsischen Raum. Hier kommen vor allem Buchen und Fichten vor.

Neben dem Kerngeschäft der Holzproduktion sind die Vermarktung von Jagd und Wildbret, sowie Brennholz, Grünschmuck und andere waldbezogene Leistungen weitere Geschäftszweige. Insbesondere die Jagdnutzung ist in den Klosterforsten zu einem großen Anteil durch die Vergabe von entgeltlichen Jagderlaubnisscheinen oder durch Verpachtung privaten Jägern zugänglich gemacht worden. Die Nachfrage nach gesundem und frischem Wildbret hat deutlich zugenommen.

Außer dem Klosterkammerforstbetrieb gehört auch der Stiftsforstbetrieb Ilfeld mit der Stiftsoberförsterei Ilfeld im Bundesland Thüringen zum Verwaltungsbereich der Klosterkammer. Er umfasst eine Forstfläche von rund 1.573 ha. Der jährliche Holzeinschlag beträgt ca. 7.500 FM Holz.

Die Klosterforsten im Jahr 2006

2006 war für den Klosterforstbetrieb ein Jahr des erfreulichen Normalbetriebs. Der Jahresverlauf war wirtschaftlich geprägt von den erstmals wieder kontinuierlich anziehenden Holzpreisen. Dennoch kann dieser Anstieg die um die Inflation bereinigten, seit Jahrzehnten gesunkenen Holzpreise nicht vollständig ausgleichen. Der Ausblick auf die Zukunft stimmt aber insgesamt zuversichtlich.

Klosterkammerforstbetrieb

Der Holzeinschlag betrug 143.205 Festmeter und lag damit bei 85 Prozent der Vorjahresnutzung. Der Gewinn stieg um 527.000 € oder 31,7 Prozent auf 2.190.232 € gegenüber dem Vorjahr (1.663.812 €) bei einem nur um 1,2 Prozent erhöhten Umsatz von 7,89 Mio. € (Vorjahr: 7,79 Mio. €). Zur Erläuterung sei darauf hingewiesen, dass dieser Gewinn erst im Folgejahr an den Haushalt des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds abgeführt wird. Die Umsatzrentabilität betrug 28 Prozent (Vorjahr 21 Prozent), die Eigenkapitalrentabilität lag bei 4,55 Prozent (Vorjahr: 3,50 Prozent).

Die Holzverarbeiter konnten 2006 Rekordumsätze und Gewinne verbuchen. Ausschlaggebend war die stark gestiegene Exportnachfrage. Nachhaltigen Auftrieb erhielt die forcierte Holznachfrage durch den sich stabilisierenden Energieholzmarkt - vorwiegend im Hausbrand als Kaminholz. So stieg der Preis von Fichtenstammholz mittlerer Güte und Stärke bis zum Jahresende teilweise um 30 Prozent. Es verwundert also nicht, dass die Konkurrenzsituation um den Rohstoff Holz auch das qualitativ minderwertige, schwache Industrieholz erfasste. So verdoppelte sich beispielsweise der Kieferindustrieholzpreis auf über 30,- € je Raummeter und ermöglichte so erstmals gewinnbringende Erstdurchforstungen auf den schwächeren Kiefernstandorten im Nordbereich des Klosterkammerforstbetriebes. Zum Jahresende war der spot-Markt für Förster fast so selbstverständlich geworden wie für Börsianer.

Zeitgleich wuchs die Sorge der Unterversorgung bei der Holzindustrie. Immer wieder forderte sie daher, in der Kette der Verwendungsmöglichkeiten die energetische Nutzung des Holzes nicht vor die industrielle Verarbeitung zu stellen. Im freien Spiel der Marktkräfte werden die steigenden Energiepreise und die Währungsparitäten den (Weltmarkt-) Preis des Rohholzes vermutlich auch künftig und immer stärker bestimmen.

Im Zusammenhang mit der ständigen Überprüfung der forstbetrieblichen Leistungen und der Suche nach organisatorisch optimierten Betriebsabläufen fand im Sommer des Berichtsjahres eine Exkursion der Leitung der Klosterkammer und des Klosterkammerforstbetriebes statt. Dabei wurden sehr unterschiedliche Forstunternehmungen besucht. Angesichts der zahlreichen in Augenschein genommenen interessanten, neuen Geschäftsfelder sah sich der Klosterkammerforstbetrieb in seiner Grundausrichtung bestätigt. Bis auf eine Ausnahme organisierten alle Unternehmen ihren Betrieb mit Flächenbezug - also in Forstrevieren - zum Teil angereichert um eine aufgabenbezogene Spezialisierung des Personals.

Auch im Jahr 2006 hat der KFB in seinem Bereich wieder zahlreiche forstfachliche Exkursionen durchgeführt, zum Beispiel für Anwärter der Revierleiterlaufbahn der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dabei traf vor allem die beschleunigte waldbauliche Anreicherung mit der Douglasie auf ertragsschwächeren Standorten immer wieder auf großes Interesse.

Stiftsforstbetrieb Ilfeld

Das Jahr 2006 war für den Stiftsforstbetrieb Ilfeld ein Ausnahmejahr. Der Holzeinschlag war mit 15.300 Festmetern bzw. mit 67 Prozent über dem Soll-Hiebssatz außergewöhnlich hoch. Hintergrund waren die Abarbeitung von Pflegerückständen im Laubholz und Erstdurchforstungen. Der Gewinn lag mit 67.000 € fast eineinhalbmal so hoch wie im Vorjahr (46.139 €). Zur Erläuterung sei darauf hingewiesen, dass der Gewinn erst im Folgejahr an den Hauhalt des Stifts Ilfeld abgeliefert wird. Die Umsatzerlöse betrugen 458.000 €, davon stammten 96 Prozent aus dem Holzverkauf. Die Rentabilität lag bei 14,7 Prozent (Vorjahr: 13,7 Prozent), die Eigenkapitalrentabilität bei 6,9 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent). Die Ausnahmesituation der nachgeholten Pflege hat zur Folge, dass in den kommenden Jahren Hiebsmasse eingespart werden muss.


Buchen-Altbestand mit Naturverjüngung im Südbereich des Klosterkammerforstbetriebes

Das im Nordbereich des Klosterkammer-
forstbetriebes im Landkreis Harburg gelegene Quellgebiet der Seeve ist eines der wertvollsten natürlichen Feuchtgebiete Niedersachsens.


Zielstarke Bäume werden - wie hier im Betriebsteil Nord des Klosterkammerforstbetriebes - häufig manuell geerntet.

Ansicht vergrößern Forstfachliche Exkursion von Anwärtern der Revierleiterlaufbahn der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein im Nordbereich des Klosterkammerforstbetriebes; Forstamtmann Kurt Bredthauer erläutert Hiebsführung und Umbau in Douglasienbestände im Bereich der Klosterrevierförsterei Wehlen.

Klosterkammerforstbetrieb und Winser Heimatverein auf historischen Spuren

Am 23. Februar 2007 übergab das Klosterforstamt Soltau 50 Festmeter Kiefernstammholz für ein Projekt, bei dem Holz nach historischem Vorbild per Wasserweg transportiert werden soll. Die Kiefernstämme waren zuvor von der Arbeitsgemeinschaft "Flößerei" im Winser Heimatverein (WHV) mit der Schrotsäge nach alter Väter Sitte gefällt worden. Schüler aus Winsen, von denen sich einige die Anstrengung der Handarbeit beim Schälen der Bäume nicht ansehen lassen wollten, erlebten die Natur und ihre Nutzung hautnah. - Jugendarbeit und Ehrenamt werden im WHV nicht erst aufgrund der Förderung durch die Klosterkammer Hannover groß geschrieben. - Pferde rückten für alle Teilnehmer anschaulich die Stämme, die mit Hebeladen auf Pferdefuhrwerke verladen wurden. Diese erste Etappe der mühevollen Handarbeit beim Floßbau feierten Jung und Alt, unter ihnen der Landtagsabgeordnete Karl-Heinrich Langspecht, der Grüße des Ministerpräsidenten überbrachte, der Bürgermeister von Winsen, Wilfried Hemme, Roland Winkel, Rektor der Hauptschule Winsen, Sandra Steinhoff-Schäfer, Konrektorin der Grundschule Winsen, Jochen Köhler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Flößer im WHV, und der Leiter des Klosterforstamtes Soltau, Constantin v. Waldthausen.

Am Sonntag, dem 3. Juni 2007, um 13.00 Uhr brach das für den Holztransport fachmännisch zusammengebundene Floß auf seine große Fahrt von Winsen/Aller nach Bremen auf. Alle Helfer fieberten diesem Tag entgegen, für den Ministerpräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft übernommen hatte.


Ansicht vergrößern Arbeitspause am Lagerfeuer – Schüler bei der Baumfällaktion der Arbeitsgemeinschaft „Winser Flößer“ für den Bau eines Floßes zur Fahrt auf der Aller von Winsen nach Bremen


Holzhauer mit Schrotsäge – die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Winser Flößer“ ernten das Holz wie vor hundert Jahren.
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